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dec
DJ BIM
germany
(taken from mushroom magazine 12/97)
Text: Mat Mushroom
Foto: Jens Rauhut @ Blendwerk
DJ Bim ist in NRW einer der aktivsten Trance-DJs, der nach den Labels Full Moon Productions und seinen Aurinko-Aktivitäten bereits an einem weiteren Label-Projekt arbeitet. Wie Bim Anfang der 90er in Goa zum Psy-Trance bekehrt wurde und was er über seine Freunde Mike Maguire und Dino Psaras zu sagen hat, lest ihr in diesem Interview.
Pilz: Wieso haben Dir gerade die Reisen nach Goa die Inspiration für die Musik gegeben. War es die Musik selber, die zu der Zeit nur dort lief oder die Art des Zusammenlebens dort. Und wieso bist Du 90-92 gerade nach Goa gefahren und nicht irgendwo anders hin?
Bim: Ich hatte schon immer den Wunsch einmal Asien zu bereisen, deshalb habe ich mich dann Freunden angeschlossen, die schon öfter Urlaub in Indien gemacht haben. Bis dorthin habe ich es nicht für möglich gehalten, welchen Einfluß Musik auf eine große Menge von Menschen aus aller Welt haben kann. Für mich war das wie eine Art Magie, über die ich alles wissen wollte. Dadurch lernte ich dann Mike Maguire kennen, der mich als Mensch und als DJ sofort sehr beeindruckt hat. Zurück in Deutschland begann ich dann mit Freunden im Hauptbahnhof Wattenscheid kleine Partys zu veranstalten, wo uns Mike als DJ unterstützte. Zur selben Zeit entstand dann unter dem Einfluß von Prokult in Bochum und Elexir in Köln eine nette kleine Trance- Gemeinschaft, die so schnell großen Zuwachs bekam, daß der Bahnhof zu klein wurde und im Keller vom Hotel Eden in Bochum uns der Sauerstoff ausging, da die Lüftung vergessen wurde.
Pilz: Inwiefern unterscheidet sich der Sound in NRW z.B. vom Hamburger Sound? Erzähle doch bitte ein bißchen über das Partyfeeling in NRW, den allgemeinen Sound und speziell Deinen Sound.
Bim: Die Musik in NRW ist nicht anders als woanders auch. Das Problem ist, daß hier schon zuviel passiert. Wir haben sehr gute Partys mit den besten Musikern der Welt und das fast jede Woche. Die Anzahl der lokalen DJ`s ist immer größer geworden. Um sich nun aus der Masse herauszuheben, versucht natürlich jeder DJ, sein Bestes zu geben und wenn man dann noch nicht die nötige Erfahrung und Routine hat, kann das schon mal in einem Gebretter enden. Aber das ist wohl eher seltener der Fall. Wir haben gute Partys mit einem großen, aber doch immer noch familiären Publikum, das musikalisch sehr anspruchsvoll aber für jede Richtung offen ist. Und wenn die Musik hier wirklich schneller sein sollte, so liegt es vieleicht daran, daß wir Großstadtmenschen sind und daß das vieleicht unsere Musik prägt. Ich persönlich habe mich nicht auf eine bestimmte Musikrichtung festgelegt. Ich versuche dem Publikum, mit mir all möglichen Mitteln, ein weites Spektrum des Psy-Trances zu bieten, ohne dabei zu vergessen, daß ich es nicht bin, der entscheidet welche Musik ich spiele, sondern die Leute auf dem Dancefloor.
Pilz: Du fungierst für diverse große britische Acts ja schon fast als Booking-Agentur. Wie kamen die Freundschaften zwischen Dir und Mike Maguire, Man With No Name und Dino Psaras eigentlich zustande und wie inspiriert Ihr Euch gegenseitig?
Bim: Die Freundschaft zu Dino & Mike hat sich über unsere Partys im Bahnhof entwickelt. Ich glaube, das liegt daran, daß ich immer mehr Interesse an den Menschen hatte, als an seine Musik und wir dadurch die Möglichkeit hatten, uns privat besser kennenzulernen. Wir nutzen diese Zeit dann mehr über die Musik und den Einfluß auf unser Leben zu reden und wie man mit seiner Musik mehr Einfluß auf die Party und den Dancefloor nehmen kann. Martin (Man With No Name) habe ich wegen einer Veranstaltung im Cult erst dieses Jahr durch Mike & Dino kennengelernt, wir hatten eine gute Zeit und ich hoffe, daß ich die Möglichkeit habe, auch diesen Menschen etwas besser kennenzulernen, da sein Wissen und seine Erfahrung schon eine gute Hilfe für einen DJ sein können.
Pilz: Sowieso scheinen die NRW-DJs eher mit London connected zu sein als alle anderen. Wie kommts?
Bim: Im Ruhrgebiet sitzen viele Leute die gute Kontakte nach England haben und da die Engländer wohl maßgebend an der Entwicklung der Psy- Trancemusik in den letzten Jahren beteiligt sind, ist es bestimmt kein Zufall, daß man mit Musikern zusammenarbeiten möchte, die einen sehr großen Einfluß mit ihrer Musik auf unser Leben genommen haben.
Pilz: Dein Name hängt eigentlich immer mit den Labels Aurinko und Full Moon zusammen. Erzähl bitte ein wenig über den Sound, die Künstler auf dem Label und die Intention; d.h. wieso macht man sein eigenes Label auf? Ist es nur, weil man bekannte Künstler featuren will oder sind da noch andere Beweggründe im Spiel wie z.B. besonderes Sound...
Bim: Ein guter DJ hat eigentlich immer nur einen Wunsch: man möchte dem Publikum immer nur etwas Gutes zuführen und ich glaube, es gibt für keinen DJ etwas Schöneres, als Menschen zuzusehen, die Freude an einer Platte haben, die er nicht nur irgendwo gekauft hat, sondern die aus seiner Idee und seiner Ideologie entstanden ist. Ein eigenes Label gibt einem die Möglichkeit, seine Ideen oder die Musik von unbekannten Künstlern der großen Menge vorzustellen und das ist mit Full Moon Productions bzw. mit Tim Schuldt auch gelungen. Aurinko Records ist also das Product meiner Idee und die Kraft und Ideologie von Tim Schuldt und Markus Köhler und wir hoffen, daß wir mit diesem Label und der Musik, die wir damir vertreten, in der Szene vieleicht etwas bewegen können, da unsere Musik doch sehr von englischen Products beeinflußt wird, obwohl die BRD doch schon längst eine größere Psy-Trancebewegung hat als England.
Pilz: Auf ID&T hast Du unter anderem die Hightimes gemixt. Erzähl doch ein wenig über das Konzept der CD, bei der ja wohl absichtlich nicht die brandneuesten Tracks verwebt wurden...
Bim: Die Idee von Hightimes ist, den Zuhörer 140 Minuten die Möglichkeit zu geben, in die Welt der Psy-Trancebewegung einzutauchen, ungeachtet von dem, ob die Musikneu oder alt ist. Mein Wunsch ist, daß Hightimes auf den Zuhörer wie ein gutes Buch wirkt: Du beginnst zu lesen und hörst nicht auf, bevor du nicht weißt, wie es endet und ich hoffe, das ist mir gelungen.
Pilz: Zusammen mit Deiner Freundin Biggi bastelt Ihr auch Deko. Was ist dafür Eure Intention?
Bim: Wir haben uns zum Ziel gemacht, die Musik, die wir hören und fühlen, auch bildlich wiederzugeben. Unser Ziel ist es, einen Dancefloor zu schaffen, der den Leuten eine anspruchsvolle und warme Atmosphäre gibt.
Pilz: Was hast Du zukünftig noch so alles vor?
Bim: Im Moment arbeite ich an der Hightimes Vol. 2, was nicht gerade einfach ist, da ich die Ansprüche mit Vol. 1 ziemlich hoch angesetzt habe. Es wird ein neues Label kommen (jaja und noch eins) mit dem Namen "MEDIUM", daß ich im Moment mit ID& T am Ausarbeiten bin. Für Urlaub und andere Späße fehlen mir im Moment drei Dinge: Zeit, Ruhe und Geld. Denn wenn man unsere Musik zu seinem Lebensinhalt macht, bleibt von diesen drei Dingen nicht viel übrig...
jun 6
DJ BIM
germany
My Way
by
Dj Bim
Wie fing alles an?
1989/90 und 1990/91 versuchte ich einen ruhigen Urlaub in Goa zu verbringen. Daraus wurde nichts, denn ich traf auf eine andere Welt mit mir neuen Menschen und neuer Musik, die sofort von mir Besitz ergriffen. Daraufhin begann ich mit wachsender Begeisterung regelmaessig Parties zu besuchen, und mir die dort gehoerte Musik fuer den Hausgebrauch anzuschaffen.
Wie ging es weiter?
1992 wurde es langsam ernst. Auf Empfehlung von vielen Freunden begann ich zum ersten Mal auf privaten Parties aufzulegen, mit unerhofftem Erfolg. Zuerst fing ich an innerhalb des Ruhrgebiets aufzulegen und in den darauf folgenden 2 Jahren in allen Großstaedten Deutschlands (Berlin / Frankfurt / Koeln / Muenchen, etc.). 1996 hatte ich das Glueck meine ersten internationalen Erfahrungen zu machen,in Spanien (Calafell) / England (Newcastle) / Holland (Amsterdam).1997 in Antwerpen / Lissabon / Zuerich
In diesen vergangenen 3 Jahren habe ich mit allen bekannten Groessen des Psychedelic Trance gearbeitet, unter anderem mit Antaro / Cosmix / Mike Mcguire / Dino Psaras, Tsuyoshi Suzuki usw.
Die so gesammelten Erfahrungen und die Freundschaft, die mich mit einigen dieser Dj's verbindet, hat es mir ermoeglicht, meinen eigenen Stil und meine eigene Musik zu kreieren, wobei ich mich keinen kommerziellen Zwaengen beuge. Das was ich spiele, ist das, was aus mir selbst herauskommt.
Mein Motto ist: Die richtige Musik, zur richtigen Uhrzeit mit den richtigen Leuten. Bevorzugt spiele ich am Morgen mit einer Spieldauer von 4 - 6 Stunden. Mittlerweile bin ich 32 Jahre alt, habe die beste Frau der Welt, die mir mit Rat und Tat zur Seite steht, und ein eigenes Plattenlabel, "Full Moon Production", mit dem ich unter anderem versuche, neue Talente zu foerdern.
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