oct 97

Interview: KLANGSTRAHLER PROJEKT
ehrliche Musik

hannover, germany

(taken from: mushroom magazine oct 97)

Hear the unreleased track "round about" of klangstrahler projekt

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Text: Mat Mushroom

Gero und sein Klangstrahler-Projekt entwickelt sich nun aber immer mehr zum Trance-Aushängeschild Hannovers. Nach dem Stück "Gregorians" auf der ersten Free Form EP folgt nun in Kürze ein weiteres Release und Anfang nächsten Jahres soll auch schon das erste Album erscheinen.

Pilz: In letzter Zeit hat es eine Menge Namensverwirrung gegeben. Da hatte Alan vom Kernel-Infoblatt zum Beispiel zum Beispiel geschrieben, Du würdest im Atisha live spielen, obwohl Du nur als DJ Klangstrahler zusammen mit Feuerhake aufgelegt hast. Andererseits wurde mir von einem Bekannten vor Eurem Gig erzählt, Du würdest nur auflegen.

Gero: Mittlerweile habe ich aus diesem Zustand meine Konsequenzen gezogen und werde mich als DJ nur noch Gero nennen. "Klangstrahler" als DJ-Namen finde ich auch ein wenig küntlich, das paßt schon besser zu einem Live Act.

Pilz: Beim Live Act machst Du die ganze Computerarbeit vorne und hast dann noch Gastmusiker, stimmt das?

Gero: Ja, bei der Lovefield war beispielsweise Otto der Trommler für den eigentlichen Drummer eingesprungen, der leider kurz vorher krank wurde. Otto hatte dann sogar noch kurz vorher eine Frau aus dem Publikum gezogen und mit ihr zusammen eine gute Drumsession auf der Bühne gemacht.

Pilz: Passsiert sowas öfters?...

Gero: Wäre schon schön, wenn das häufiger passieren würde! Im übrigen haben wir dann noch den Mark an der Gitarre, der mehr im Hintergrund vor dem Monitor spielt, um die Einsätze mitzukriegen. Er spielt sonst eher im Studio und in Rockbands und muß von daher den Sequenzer sehen um mithalten zu können, es wechselt sich bei Trance ja schließlich nicht nur Strophe, Refrain ab, sondern die Musik ist sehr variabel.

Pilz: Noch irgendwer?

Gero: Last but not least haben wir noch DJ Feuerhake am Mischpult, der zwar meistens etwas abseits steht, aber ab und zu mit auf die Tanzfläche stürmt, um zu kontrollieren, ob der Sound denn auch so in Ordnung ist.

Pilz: Zuhause arbeitet ihr auch alle zusammen?

Gero: Da arbeite ich hauptsächlich mit Mark, dem Gitarristen, weil diese Sounds bei unserer Musik maßgeblich sind und von daher brauche ich ihn dann auch beim komponieren. Feuerhake ist auch noch meist dabei und ist auch so mehr oder minder unser schärfster Kritiker, nach dem wir uns dann auch teils richten.

Pilz: Mark kommt ja eher aus dem Rockbereich, ist das nicht eher ungewöhnlich für ihn, jetzt auf einmal Trance zu spielen?

Gero: Sicher, aber er findet es sehr gut und es macht ihm Spaß.

Pilz: Komponiert ihr dann beide zusammen oder wie kann man sich das vorstellen?

Gero: Nein, es ist schon so, daß ich der Komponist bin und bis zu dem Punkt produziere, bis ich der Meinung bin, daß ich ohne Gitarre nicht weiterkomme. Dann kommt Mark und spielt seine Tracks praktisch zu den bereits vorhandenen Sachen ein.

Pilz: Könnt ihr bei Euren Liveauftritten eigentlich kickende Loops wiederholen oder hält Euch da Euer Sequenzer im Rahmen?

Gero: Es ist optimal für uns, mit Loops zu arbeiten; wenn man den Geschmack der Leute in einem bestimmten Part des Tracks getroffen hat, kann man darauf aufbauen und sich auf bestimmten Loops austoben.

Pilz: Ist es eigentlich schwierig, das Vertrauen der Partyleute zu gewinnen?

Gero: Ab einem gewissen Zeitpunkt während unseres Acts vertrauen sie uns, weil wir wirklich live spielen. Wir verarschen sie also nicht und das merken die Leute schon.

Pilz: Jaja, die Tranceszene ist schon eine sehr kritische...

Gero: Ja sicher, aber teilweise kriegen sie auch gar nicht mal mit, wenn ihnen etwas Gutes geboten wird. Wer bei unseren Rehagen-Parties in Hannover seine 20 DM Eintritt bezahlt hatte, der bekam alle Getränke frei und sogar noch ein Buffett. Meinst Du, die meißten Leute haben das irgendwie gewürdigt? Den war das zu teuer und außerdem waren ja zu wenig bekannte DJs da...

Pilz: Wer spitze Ohren hat, der hört bei Eurem ersten Release "Gregorians" auf der Free Form EP eine Menge Grundrauschen. Wieso hat das Stück solch eine schlechte technische Qualität?

 

Gero: Ich hatte dieses Stück mal dem Andrenalin von Polytox gegeben, der das auch richtig geil fand und veröffentlichen wollte. Das Problem war, das mir genau in dieser Zeit meine Festplatte gecrasht war und alle Sequenzerdaten und Samples gelöscht waren. Naja, aufgrund der Tatsache, das Polytox nur Stücke von uns nehmen wollte, wenn wir sie ohne Gitarrenpart produzieren, sind wir dann zu Free Form gegangen. Schließlich nimmt die Gitarre in unseren Arrangements eine zentrale Rolle ein. Und da Nartak "Gregorians" auch unbedingt rausbringen wollte, haben wir das Stück im Hannoveraner Pig House Studio remastert; ein bißchen rauscht es dann abe doch noch.

 

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