sep 97

Interview: HALLUCINOGEN

uk


(taken from: mushroom magazine Sept 97)

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Text: Moonchild

Sein Album "The Lone Deranger" ist gerade erschienen und Simon Posfort aka Hallucinogen ist wieder einmal einer der gefragtesten Psychoheads der Szene, was wir auch daran merken, daß wir das Interview für diese Ausgabe schon fast abgeschrieben hatten, als das Fax endlich in der Redaktion eintrifft.

Pilz: Der Name "Hallucinogen" wirkt sehr provokant, ebenso Trackbezeichnungen wie "LSD". Warum hast Du diesen Namen gewählt und gab es deswegen eventuell schon mal Schwierigkeiten in der Vergangenheit ?

Simon:Ich habe den Namen "Hallucinogen" gewählt, weil er ausdrückt, wie meine Musik Ohren und Gefühle beeinflußt werden und wie es ist, wenn Du Halluzinogene genommen hast! Ich möchte mit meiner Musik dieselben Gehirnzellen ansprechen. Der Trackname "LSD" hat eigentlich genau denselben Hintergrund, obwohl er mehr als Hinweis auf den Sample am Anfang des Stückes ist, wo Ken Kesey über Acid redet. Natürlich hatte ich schon damit gerechnet, daß es ein paar Problemen mit der Presse geben könnte, da es auch ein paar Fälle gegeben hat, nach denen Leute verhaftet wurden, als sie solche Sachen in der Zeitung veröffentlicht hatten. Glücklicherweise kam es bei mir noch nicht soweit. Daß einzige, was mir in dem Zusammenhang einfällt ist, daß man kein Interview von mir in Japan drucken würde; allein schon aus dem Grund, daß ich mich "Hallucinogen" nenne.

Pilz: Wie begann Deine Karriere?

Simon:Es begann alles erst in den Neunzigern, als ich in den Youths Butterfly Studios als Toningenieur arbeitete. Ich war ebenfalls in einer Band namens Purple Om (das ist pyschedelic Dub- Folk- Ambient). Mit denen haben wir hauptsächlich auf Outdoor Acid Parties gespielt. Bei jenem Butterfly-Studio haben damals außerdem viele Leute gearbeitet, die in Goa gewesen waren und auch Musik von dort mitbrachten. Manches mochte ich; bei vielen Tracks dachte ich mir aber, ich könnte das besser machen. Also habe ich ab dato das gemacht, was ich wirklich wollte...

Pilz: Vor nicht allzu langer Zeit hast Du auch ein eigenes Label gegründet...

Simon:Ich habe zusammen mit Simon Holtom, der zu der Zeit bei Dragonfly war, vor ungefähr einem Jahr das Label "Twisted" gegründet. Ich fand das Musik Business zu dem Zeit nicht gut. Artists wurden von den Record Companies ständig ausgenommen und ihrer Kreativität geraubt. Ich wollte den Künstlern etwas neues bieten und das möglichst bei hohen Tantiemen und totaler Kontrolle durch die Künstler selber.

Pilz: Wie würdest Du den typischen Twisted Sound umschreiben?

Simon:Es gibt eigentlich keinen typischen Sound. Vieleicht auch deswegen, weil wir bis jetzt noch nicht viel herausgebracht haben. Es soll halt schon gut sein. Ich würde alles rausbringen, solange es eine hohe Qualität hat, vorzugsweise aber schon Psychedelic. Ebenso würde ich aber auch von jedem ein Stück signen, der mich auf dem Nintendo-Game "Mario Kart" schlägt...
Das neue Album "Lone Deranger" kommt am ersten September raus; ein Live Album von unserer Twisted Launch Party featuring Hallucinogen, Green Nuns und Process folgt im Anschluß.

Pilz: Werden Deine eigenen Tracks durch die ständige Studioarbeit mit den anderen Künstlern beeinflußt?

Simon:Ich liebe es, mit anderen Leuten zusammen zu arbeiten, auch wenn derjenige noch nie in einem Studio war. Du kannst von jedem etwas lernen. Du weißt ja, das ganze Leben ist ein Lernprozess und wenn Du gerade an einem Stück arbeitest, ist es wie ein Mini Leben mit seine Höhen und Tiefen. Mein liebstes Projekt in der Trance Szene ist X Dream: die haben einen warmen aber fetten Sound mit klasse Effekten und guten Grooves. Ich mag auch Juno Reactor, Paul Jackson, Koxbox und Psychopods. Privat höre ich allerdings nicht all zu viel Trance. Zwischen Studio, Live-Auftritten und DJing ist aber auch nicht viel Zeit....

Pilz: Was hälst Du von der britischen Tranceszene?

Simon:Die Szene ist irgendwie dadurch ausgebrant, daß man durch das Criminal Justice Bill keine Open Air Parties in Großbritannien veranstalten darf. Es gibt auch nicht allzu viele gute Clubs für diese Art von Musik. Die Szene und die Parties sind momentan überall, bloß nicht in England; deshalb toure ich aber auch ständig durch die Welt.




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