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Felix kommt aus Stade. Die UV-Bilder die er malt, strotzen vor Detailfreude. Man verliert sich fast darin. Seine Comics, momentan für die Öffentlichkeit noch unzugänglich, sind dagegen ein purer Trip ohne Wiederkehr... Mat Mushroom, nov, 1996 germany (taken from: mushroom magazine oct 97) Pilz: Wann hast Du Deine Begabung zum Zeichnen entdeckt? Felix: Ich habe mir vier oder fünf Science Fiction und Weltraumspielsachen entdeckt und habe Mondbasis Alpha 1 geguckt. Eigentlich schon seit ich denken kann, habe ich mich für so etwas begeistert und es eben auch gezeichnet. Pilz: Science Fiction und Fantasy liegen ja eigentlich auch dicht beieinander. Warst Du auch begeisterter D&D-Spieler. Felix: Ja, D&D, Schwarzes Auge und auch andere Sachen... Eigentlich ist Science Fiction doch nur in Wissenschaft verpackte Fantasy. Pilz: Denn wenn ich mir so Dein Comic angucke, sieht das in meinen Augen doch sehr D&D-mäßig aus. Felix: Ja, ist aber eher vom kleinen Hobbit inspiriert. Kennst Du die Stelle, wo sie da durch den dunklen Wald gehen und dann nichts mehr zu essen haben - sie sollen aber nicht vom Weg abkommen? Dann wird das auf einmal ganz surreal, weil sie dann immer etwas sehen, schleichen sich näher ran, sobald sie aber da sind, ist das, was sie gesehen haben, aber gar nicht mehr da. Was in meinem Comic dann folgt, diese röhrenartigen Strukturen, das ist eigentlich meine Umsetzung, was Trance für mich bedeutet. Ich stelle mir da in meinen Gedanken immer solch dna-artigen Stränge vor, die sich halt aufbauen, sich durch unendliche Räume bewegen - mehr oder minder schnell, sich auch mal ausfransen... Pilz: Du vergleichst also Musik 1: 1 mit Deiner Visualisierung im Comic, wo der Waldläufer nur durch einen tripartigen Film läuft? Felix: Ja, da soll auch keine Handlung stattfinden. Ich habe zwar auch mal ein anderes Comic mit über 100 Seiten gezeichnet, wo man dann über ein bißchen Handlung halt nicht herumkommt. Pilz: Seit wann zeichnest Du in solch einer psychedelischen Art und Weise? Felix: Seit etwa 1990. Was mich stark beeinflußt hat, sind die französischen Comiczeichner aus den 70er Jahren oder die Mytenwelt von H.P. Lovecraft, kann ich nur empfehlen, da das echt wilde ausgeflippte Sachen sind. Pilz: Wenn ich mir das Bild auf der Titelseite von diesem mushroom von weitem angucke, denke ich immer, da explodiert ein Planet. Erst wenn in näher komme, erkenne ich die feinen Strukturen. Wie kommt man auf so eine ausgeflippte Zeichnung? Felix: Im Grunde genommen ist dieses Bild von einem Aschenbecher inspiriert. Der sieht so ähnlich aus; naja - hat wenigstens so eine ähnliche Farbgebung... Meine Eltern haben den mal irgendwann aus´m Urlaub mitgebracht. Ich war schwer begeistert, als ich ihn das erste mal gesehen habe. Die Stadt kommt dann wieder von mir, da ich schön öfters Bilder von solch gigantischen Traumstädten gemalt hatte. Das faszinierende an solch einer Stadt ist für mich, daß es im Grunde genommen eine komplexe Struktur aus unendlich vielen Räumen ist; schon fast fraktalartig. Naja, und dann haben da in der Vergangenheit auch einige naturell-psychedelische Erlebnisse stattgefunden, um das mal anzudeuten... Pilz: Wie lange sitzt man an so einem Bild? Felix: Etwa eine Woche. Ich arbeite halt auch ziemlich straight durch, wenn ich mich einmal ransetze. Pilz: ...da Du sonst nichts zu tun hast? Felix: Nein, nein, ich studiere eigentlich Physik. Pilz: Im Vergleich zum Malen ja etwas ganz anderes. Felix: Geht so. Wenigstens die meißten Physiker die ich kenne, sind tendentiell Science Fiction Fans oder gucken alle Enterprise... Ich frage mich aber doch manchmal, ob ich durch das Physikstudium mein Denken in einer Art und Weise konditioniere, die mein künstlerisches Vorankommen nicht umbedingt begünstigt. Pilz: Dann werden die Bilder pixelig... Felix: Parabeln, Koordinatensysteme... Pilz: Wie malt man nun eigentlich mit den UV-Farben... Felix: Es gibt sieben verschiedene Pigmentfarben, die mit einem Acrylbindemittel angerührt werden. Die lassen sich dann halt beliebig mischen. Pilz: Hast Du Vorbilder? Felix: Die ganz frühen Schwermetall-Hefte. Aber ich bemühe mich halt, aus den ganzen Einflüssen einen eigenen Stil zu entwickeln. |
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