nov 11, 2000PMA-Pillen mit TodesfolgeNeuer Fall in Rheinland-Pfalztext by Artur SchroersBislang waren in Dänemark, Norwegen und Österreich Pillen mit dem Mitsubishi-Logo aufgetaucht, die PMA (Para-Methoxy-Amphetamin, 4-Methoxy-Amphetamin (4-MA) oder 4-Methoxy-Alpha-Methyl-Phenethylamine) enthalten. Die Pillen werden als "Ecstasy-Pillen" verkauft. Es kam hier zu mindestens 3 Todesfällen. Jetzt ist nach polizeilichen Angaben auch in Rheinland Pfalz eine junge Frau an den Folgen von PMA gestorben, Mitkonsumenten berichten über starke Beeinträchtigungen in Folge der Einnahme der PMA-Pillen. Neuerlich sind in Rheinland Pfalz PMA-Pillen sichergestellt worden. Laut Bericht des Polizeipräsidium Koblenz und dem Landeskriminalamt in Mainz haben Ermittlungen ergeben, dass durch die Einnahme einer solchen Pille mit PMA als Inhaltsstoff eine 18-jährigen Frau in Wittlich Anfang November zu Tode gekommen sei. Über die neu aufgetauchte Pille ist uns lediglich bekannt gemacht worden, dass das Logo einen Elephanten abbildet. Ob weitere Faktoren oder andere chemische Inhaltsstoffe für den Tod der Frau (mit)verantwortlich sind, ist bislang ungeklärt und wird noch untersucht. Das LKA Rheinland Pfalz weist darauf hin, dass auch in anderen als Ecstasy verkauften Pillen PMA enthalten sein kann. Aus zuverlässigen Berichten aus Österreich und Rheinland Pfalz wissen wir, dass noch weitere PMA-Pillen im Umlauf sind. Mit der Begründung, die Bekanntgabe genauer Daten zu Pillen würden Konsumenten ein falsches Sicherheitsgefühl vermitteln (in anderen Pillen sei kein gefährlicher Stoff) lehnt das Bundeskriminalamt (BKA) es jedoch weiterhin kategorisch ab, genaue Daten (Merkmale/Parameter) der gefährlichen Pillen bekannt zu geben. In einer Pressemitteilung des LKA Rheinland Pfalz liest sich dies wiefolgt: "Seitens des Landeskriminalamtes wird jedoch darauf hingewiesen, dass Ecstasy-Tabletten meist mit verschiedenen Motiven versehen sind und in den unterschiedlichsten illegalen Drogenlaboren hergestellt werden. Daher kann anhand eines spezifischen Logos nicht auf die Inhaltsstoffe geschlossen werden. Für die Konsumenten kommt die Einnahme von Ecstasy damit einer Art 'russischen Roulett' gleich." In unseren Augen werden mit der Haltung, keine detaillierten Daten zu gefährlichen Pillen herauszugeben, im Sinne des Konsumentenschutzes wichtige Erkenntnisse zum Gesundheitsschutz zurückgehalten. Gesundheitsschäden (bis hin zur Todesfolge) werden mit dieser Haltung, die nicht zwischen objektiver Gefährdung und individuellem Risikomangement der Verbraucher unterscheidet, in Kauf genommen. Es sei an dieser Stelle noch einmal darauf hingewiesen, dass Drug-Checking (onsite-testing) und ein schnelles Früherkennungssystem (Monitoring), wenn dies gesetzlich möglich wäre, hier effektiven Gesundheitsschutz fördern könnte. Solange diese Möglichkeit zum Gesundheitsschutz nicht gegeben ist, greifen wir auf herkömmliche Präventionsmöglichkeiten zurück: In Münster werden wir mit Unterstützung der Szene-Initiative Eve & Rave Münster am Wochenende in den hiesigen Clubs ein "Warnkampagne" zu PMA durchführen. Weitere Informationen hierzu auf: http://www.drogen-online.de - news MfG
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