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Chemie in der Schwangerschaft

Text: Peter Märtens / Drobs Hannover

(taken from mushroom magazine #59 oct 99)

Nach unserem letzten Bericht zu "Cannabis und Schwangerschaft" kamen eine Menge Anrufe und Mails, wie es denn mit anderen Drogen während der Tragzeit aussieht. Zu Kaffee, Alkohol und Nikotin gibt es auf Grund der Legalität genug Untersuchungen und Veröffentlichungen. Hierzu sollte man seine Frauenärztin oder Hebamme befragen, die darüber eigentlich Bescheid wissen müßte.
Ich will mich deshalb mal wieder auf die überwiegend illegalen Drogen wie Speed, Kokain, LSD, Ecstasy, Valium und Lösungsmittel beschränken. Leider gibt es darüber nur sehr sehr wenig Literatur. Vorweg aber noch einmal zwei wichtige Dinge:

1. Der Konsum jeglicher Rauschmittel in der Schwangerschaft ist schädlich. Besonders in den ersten 12 Wochen ist es ein besonders hohes Risiko für den Fötus.
2. Der Fötus lebt in einem geschlossenen System. Er kann die Drogen nicht, wie die Mutter ausscheiden.

Amphetamine (Speed)
Es besteht vermutlich ein Zusammenhang zwischen Speedkonsum in der Schwangerschaft und angeborenen Mißbildungen. Vereinzelte Fälle von Gaumenspalten und Herzfehlern traten auf. Leider finden sich in der Literatur keine Hinweise auf Dosierung und Häufigkeit des Konsums.

Kokain
Wie bei vielen anderen Drogen in der Schwangerschaft wurde auch der von Kokainkonsum mit vorzeitigem Blasensprung (sprich Frühgeburt) in Verbindung gebracht. Besonders bei stimulierenden Drogen wurde ein vermindertes Wachstum der Föten beobachtet, wahrscheinlich durch die gefäßverengenden Eigenschaften dieser Substanzen.

LSD
Es gibt keine Anhaltspunkte, das LSD Mißbildungen bei Säuglingen hervorrufen könnte, jedoch sollte man seinen ungeborenen diesen Trip wirklich nicht zumuten.

Ecstasy
Gegenwärtig sind noch keine Schädigungen ungeborener Kinder durch Ecstasy bekannt. Da Ecstasy aus Amphetaminen gewonnen wird, könnten die Probleme, die bei Speed aufgeführt sind, auch hier auftauchen.

Benzodiazepine (z.B. Valium)
Alle Benzdiacepine können als potentielle Auslöser von Fehlbildungen (z.B. Gaumenspalte) betrachtet werden.

Lösungsmittel
Inhalierte chemische Lösungsmittel reduzieren den Sauerstoff im Körper und durchdringen leicht die Plazenta. So kann es zu einem Sauerstoffmangel im Gehirn des Föten kommen. Aus einer Studie geht hervor, daß tägliches Schnüffeln über viele Monate als Ursache für Nierenprobleme bei Neugeborenen angesehen werden kann.

Ich weiß, daß die bisherigen Untersuchungen sehr lückenhaft sind. Am sichersten ist die totale Abstinenz.
Für weitere Auskünfte meldet Euch telefonisch oder per Mail bei der Drobs Hannover.

Peter Märtens