AMINOSÄUREN I…oder: was hat L-Tyrosin mit XTS zu tun?Text: Marlene Kunold / catch a dream(taken from mushroom magazine #57 / jul 99) Heute wird´s mal ganz wissenschaftlich. Aber so läßt sich das Folgende am besten erklären. Also kämpf Dich durch den Dschungel an Informationen, und Du wirst am Schluß den Aha-Effekt haben.... Aminosäuren sind die Bausteine der Eiweiße. 22 Aminosäuren verarbeitet der menschliche Körper, davon bezeichnet man 8 als essentiell, weil der Körper sie nicht aus anderen Aminosäuren herstellen, bzw. umbauen kann. Eiweiß bzw. Protein ist ein Hauptnährstoff, den wir benötigen für die Erhaltung unserer Körperstruktur, z. B. des Muskelgewebe und für die Erzeugung von Körperenergie (Kalorien). Protein setzt sich zusammen aus besagten Aminosäuren und Stickstoff. Tierisches oder pflanzliches Eiweiß, das wir zu uns nehmen, zerlegt der Körper in Aminosäuren und baut es dann in körpereigenes Eiweiß um. Damit der Körper Protein aber richtig verwerten kann, müssen alle 8 essentiellen Aminosäuren vorhanden sein, und zwar im richtigen Verhältnis zueinander. Sind sie es nicht, wird die Wirkung der vorhandenen Aminosäuren beeinträchtigt. Einzelne Aminosäuren oder Aminosäurenkomplexe spielen eine zunehmend wichtige Rolle als Vorbeugungs- und Heilmittel. Wie immer, haben diese Stoffe in Amerika längst den Markt der Healthfood- und Drugstores erobert. Aminosäuren unterscheidet man in L- oder D-Form, die zwar in ihrer Anordnung der Atome identisch sind, allerdings jeweils spiegelverkehrt. Die L-Form ist dabei die Form, die in der Natur vorkommt und für uns verwertbar ist. Die D-Form ist entweder synthetisch oder eine Aminosäure ist durch Kochen, bzw. Erhitzen in die D-Form (viele unbrauchbar oder sogar schädlich für den Menschen) übergegangen. Um die Wirkung der einzelnen "Aminos" ausreichend beschreiben zu können, (auch, weil bestimmte Aminos in "Herbal XTCs" vorkommen, bzw. die Folgeschäden von Drogenmißbrauch leicht abzupuffern in der Lage sind), will ich pro Heft ein bis zwei der kleinen Eiweiß-Bausteine vorstellen. Wichtig ist bei der Einnahme von Aminos, daß ausreichend B-Vitamine und Vitamin C im Körper vorhanden ist, um die Aufnahme zu begünstigen. L-Tyrosin Obwohl eine semi-essentielle Aminosäure, ist L-Tyrosin von großer Bedeutung für die Anregung und Regulierung der Gehirnaktivität. L-Tyrosin ist die Grundsubstanz für Neurotransmitter, die für die Erregungsleitung in unserem Nervensystem verantwortlich sind. Die Transmitter dienen der Reizübertragung an den Synapsen, also den Kontakt- und Schaltstellen zweier Nervenzellen. Ein Mangel verhindert die ausreichende Bildung von Norepinephrin im Gehirn, was zu Depressionen führen kann. L-Tyrosin wird im Körper zu Norepinephrin und Dopamin umgewandelt. Daher kommt L-Tyrosin hauptsächlich bei der Behandlung von Depressionen und Angstzuständen zum Einsatz. Es beugt aber auch Erschöpfungszuständen, Niedergeschlagenheit und Reizbarkeit vor, die oft mit dem Entzug von Suchtmitteln einher gehen. Besonders beim Entzug von Amphetaminen scheint L-Tyrosin von unschätzbarem Wert zu sein. Bei starker geistiger Belastung (weil es die Ausdauer fördert) oder beim Durchhalten einer Diät (weil es den Heißhunger reduziert) kann es sehr unterstützend wirken. Ganz allgemein hebt es die Stimmung. Es hält wach, regt die körperliche und geistige Aktivität an. L-Tyrosin nimmt man am besten mit Vitamin C und B-Vitaminen, besonders aber Vitamin B 6 (Pyridoxin), dem wichtigsten Vitamin aus dem B-Komplex. Da bei dauerhaftem Mißbrauch von MDMA und ähnlichen Substanzen Depressionen, Angstzustände bis hin zum Ausbruch latenter Psychosen auftreten, kann sich L-Tyrosin hier (als Nahrungsergänzung) als ganz sinnvoll erweisen (wobei es natürlich noch sinnvoller ist, ganz die Finger zu lassen von XTC, weil es wirklich großen Schaden im Gehirn anrichtet, von den bislang eher wenig erforschten Spätfolgen mal ganz zu schweigen. Ohne hier moralisieren zu wollen, sind dies eben leider Tatsachen, denen man früher oder später ins Auge sehen muß.) Trotzdem: Have fun! Eure Marlene AMINOSÄUREN IIL-PhenylalaninText: Marlene Kunold / catch a dream(taken from mushroom magazine #58 / aug 99) Sommer, Zeit der schönen Goaparties, Zeit der lockenden Versuchungen, der durchtanzten Nächte, der heißen, in Watte gepackten Sonntagnachmittage und chilligen Sonntagabende.
Alles schön soweit, und trotzdem lohnt es sich, bisweilen einen genaueren Blick auf das zu werfen, was in unserem Körper so vor sich geht, während wir es uns „gutgehen lassen". Letztes Mal hatte ich angefangen mit der Aminosäure L-Tyrosin. Bei Fragen ruft uns ruhig an, wir sind für Euch da. Eure Marlene
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