Stevia

…sweet as honey?

Text: Marlene Kunold / catch a dream

(taken from mushroom magazine #55 / may 99)

Wie Ihr ja sicher schon bemerkt habt, dreht sich diese Seite nicht immer um berauschende Substanzen, sondern auch mal um Sachen, die zwar auch eine Wirkung haben, aber keine psychoaktive...
Dieses Mal will ich Euch gerne ein Kraut vorstellen, was das Leben versüßt. Und weil es letztes Mal um´s Abnehmen ging, setzen wir da an, wo's am meisten ansetzt. Bei den Süßigkeiten. Ich denke, viele kennen es, den Drang, den Jieper nach Schoko und Sweets. Meist überfällt er einen abends nach appetitfördernden Tätigkeiten, und dann ist schon mal´ne Tafel Schoko fällig. Macht satte 600 Kalorien. Und der Weg des Fetts Richtung Hüften ist unaufhaltsam. Und das Übelste daran ist: der Genuß von Zucker hat zur Folge, daß das Verlangen danach noch größer wird. Das hängt mit dem Blutzuckerspiegel zusammen, der nach dem Zuckergenuß rapide in die Höhe schnellt, um danach genauso wieder abzufallen. Außerdem verursacht Zucker Säure im Stoffwechsel und in den Verdauungswegen (angefangen vom Mund, wo er bereits Plaque/ Karies verursacht). Ein zu saurer pH-Wert im Blut ist die Hauptursache von Krankheiten. Ein gesundes Milieu bietet Erregern keine Lebensgrundlage. Schon eine minimale Verschiebung des pH-Wertes im Körper leistet jedoch unzähligen krankmachenden Übeltätern Vorschub. Kurzum: Zucker, allen voran die Disaccharide, also Doppelzucker, oder „normaler" Zucker (Monosaccharide sind z. B. Traubenzucker oder Milchzucker, Polysaccharide sind Kohlehydrate, also Stärke) ist suchterzeugend und verdammt ungesund.
Alternativen??? Bislang nur als chemische Süßstoffe bekannt, denen z. B. ein krebserregender Ruf vorauseilt. Aber schnuckern und Naschen und Süßes schlemmen ist ja nun mal hmmm.....
Was tun? Die Antwort heißt Stevia, auch Süßkraut genannt. 1991 vom Markt verbannt, hat die FDA im September 1995 Stevia als Nahrungsergänzung und Kosmetikum wieder zugelassen. In Paraguay, China, Brasilien und Japan wird seit Jahrhunderten viel mit Stevia gesüßt. Hierzulande ist es noch recht unbekannt. Man kann es allerdings als flüssigen Extrakt, als Pulver (Achtung! Das Pulver hat nur süßende Eigenschaften.) oder als Steviakraut bekommen. Der Geschmack ist leicht bitter. In Nahrungsmittel verarbeitet, verschwindet der leicht bittere Geschmack jedoch. Die Süßkraft ist 30mal stärker als die von Zucker. Stevia hat aber noch mehr Vorteile, hier mal eine kleine Liste:
- es ist praktisch kalorienfrei
- es fördert die Verdauung
- es hemmt das Wachstum von manchen krankmachenden Bakterien und anderen Erregern, inklusive derjenigen, die Karies und Parodontose verursachen.
- es ist für Diabetiker geeignet.
- es soll den Blutzuckerspiegel regulieren
- es senkt erhöhten Blutdruck, ohne normalen zu beeinflussen.
- täglicher Genuß soll die Lust auf Süßes und Fettes bremsen.
- ebenso das Verlangen nach Alkohol und Tabak
- es beruhigt Magen und Darm
- es ist hitzebeständig, also zum Kochen und Backen geeignet
- Langfristig eingenommen ist es ein mildes Stärkungsmittel für Herz und Kreislauf
- die Heilung kleinerer Krankheiten wird beschleunigt
Als Wasserextrakt kann man es als Gesichtsmaske verwenden. Es macht die Haut weich, strafft sie, bügelt also Fältchen glatt, beruhigt Hautirritationen, wirkt gegen Schuppen, Ekzeme und Dermatitis und fördert die Heilung von Akne. Ein Tropfen auf den bösen Pickel macht ihm den Garaus. Die Maske sollte ca. eine Stunde einwirken. Dann läßt sie sich mit Wasser und Seife leicht abwaschen. Du kannst mit Stevia herumexperimentieren, kannst aus dem Kraut selbst den Extrakt herstellen, kannst Süßspeisen erfinden, Kuchen backen, und, und, und.
Wenn Du Lust hast, kannst Du uns (catch a dream) Rezepte schicken, die wir dann gerne an Interessierte weiterleiten. Außerdem kannst Du Stevia bei uns auch bekommen.

Mit süßen Grüßen

Marlene
(Catch A Dream)