catch a dream....hokus pokus fidibusInterview mit Marlene KunoldText: Mat Mushroom(taken from mushroom magazine #51 / jan 99) Catch A Dream ist ein Versand in Hamburg, bei dem man vornehmlich Leckereien bekommt, die pflanzlich oder natürlichen Ursprungs sind, und die eine bestimmte Wirkung haben. Wir sprachen mit der Chefin Marlene über den Weg und das Ziel Ihres Kräuershops... Pilz: Marlene, was ist catch a dream? Marlene: Wir haben einen Versand gegründet für natürliche, psychoaktive Pflanzen und Mischungen daraus. Darunter finden sich die sogenannten Herbal XTC, aber auch Sachen, die, wenn man sie einnähme, halluzinogen wirken würden. Ich sage dies so, weil wir laut Gesetz unsere Produkte lediglich zu Anschauungszwecken verkaufen und verschicken dürfen. Es gibt bei uns aber auch Massageöle, Tees, Kräuter und Gesundheitsprodukte, die speziell auf auf die gesundheitlichen Bedürfnisse der Partypeople zugeschnitten sind. Pilz: Was bezweckst Du mit dieser Zusammenstellung ? Marlene: Zum einen würde ich es sehr gerne sehen, wenn die Partyfreaks ein wenig mehr Abstand nähmen von der Chemie, die auf der Straße angeboten wird, denn damit leben sie gefährlich. Du weißt nie, was in den Pillen für scheußliche Gifte reingemixt werden und darüberhinaus macht man sich ja nun auch strafbar. Unsere Drogengesetze stinken zwar zum Himmel, aber nun sind wir ja leider in diese Gesellschaftsstrukturen eingebunden. Darüberhinaus würde ich es begrüßen, wenn die Kids vom sinnlosen und wahllosen Drogeninsichreinstopfen sich bewegen würden Richtung rituellen Umgang mit berauschenden Dingen. Daß Menschen sich gerne berauschen ist so alt wie das Feste feiern und auch völlig normal, aber das Propagieren von Alkohol und Zigaretten einerseits (aus finanziellem staatlichen Interesse), und die Verteufelung von beispielsweise Hanf andererseits, schiebt die Jugend auf eine Schiene, wo sie nur noch rebellieren, d.h. alles einfach am besten auf einmal konsumieren. Zu solchen Verhaltensweisen möchten wir gerne eine Alternative bieten. Bewußter Umgang mit natürlichen und legalen Mitteln. Pilz: Woher kommen die Sachen ? Marlene: Die Grundstoffe stammen oft aus Ländern, wo schamanische und andere Zauberrituale in der Philosophie der Naturvölker eine tragende Rolle spielen (z.B. Mexiko, Indien, Afrika...) Durch die Rituale werden Türen des Bewußtseins geöffnet, die ein größeres Verständnis der kosmischen Ordnung erlauben. Solche Ansätze sind in den Industrienationen natürlich verpönt, und von den gesellschaftlichen, kirchlichen, politischen und finanziellen „Machthabern" nicht erwünscht. Die große Masse könnte zu schlau werden, so daß man sie nicht weiter unterdrücken kann. Pilz: Wirken Herbal XTC denn überhaupt ? Marlene: Dazu muß ich vorausschickend sagen, daß die stärksten (und illegalen) Drogen pflanzlich oder pflanzlichen Ursprungs sind. Die Natur ist Vorbild für so manche chemische Nachbildungen. Und inzwischen können wir von einer gewaltig großen Zahl an pflanzlichen Rauschmitteln auswählen. Der Arbeit von engagierten Ethnobotanikern ist die Entdeckung vieler neuer und bislang unbekannter Naturdrogen zu verdanken. Dies hat erst in den letzten Jahren größere Ausmaße angenommen. Vor 5 oder 6 Jahren gab es auch schon Herbal XTC, die aber lediglich kurz im Kopf gekitzelt haben, und dann wieder weg waren. Inzwischen gibt es Herbals, die mit Vorsicht zu genießen sind, weil sie so stark sind, aber auch andere, die Dich auf sanfte Art und Weise in überaus angenehme Gemütsverfassungen versetzen können. Pilz: Was sollte man beachten ?
Marlene: Wichtig ist auf jeden Fall, sich zu informieren, Vorsichtsmaßnahmen treffen und Literatur zum Thema zu lesen. Dann sollte man sich an die Regeln halten. Das heißt, Dinge, die zu Anschauungszwecken verkauft werden, sollte man auch wirklich nur dazu verwenden. Man sollte angegebene Dosierungen nicht überschreiten. Vor allem sollte man die Finger vom Alkohol lassen, denn Alkohol ist ein sehr starkes Gift, was extreme Wechselwirkungen hervorrufen kann. Nicht mischen mit chemischen Substanzen. Viel Flüssigkeit trinken. Nie allein rumexperimentieren. Niemals experimentieren, wenn man krank ist. Auch pflanzliche Substanzen belasten den Körper, deshalb immer in Maßen genießen. Es ist ein Irrglaube, das pflanzliche XTC ganz und gar unschädlich für den Körper sind. Sie sind unschädlicher (und viel weniger suchterzeugend) als chemische Keulen, aber Niere und Leber sind dennoch gefordert. Also immer unterstützend Flüssigkeit zu sich nehmen, um das Ausschwemmen der Toxine zu fördern.
DROGERIE-NEWS(taken from: mushroom magazine #39 dec 97)
...mit "Catch A Dream" weg von der Chemie
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