jan 98

PILZE

Text: Tibor Harrach & Joachim Eul

(taken from: mushroom magazine oct-jan 98)



Geschichte / Substanzkunde / Wirkung

Nun haben wir auf unserer Titelseite schon so lange manifestiert, das wir unter anderem ein Magazin für Pilzkunde sind, nun lösen wir unser Versprechen endlich ein und informieren Euch über leckerste Pilze der besonderen Art, die vorzugsweise auf nassen Wiesen wachsen und bei dessen Suche man immer wieder auf freundliche bunt gekleidete Menschen trifft, die mit gebeugtem Gang und anstrengendem Blick die verborgensten Kuhäcker abgrasen, um möglichst viel vom "Fleisch der Götter" zu finden.
Aber vielleicht sollten diese bunten Freaks mal lieber ganz still sein und ihre Ohren in den Wind halten; dann eventuell hören sie es: "das Gelächter der Psilopilzchen"


Einleitung

Seit etwa fünf bis zehn Jahren läßt sich hierzulande ein neuer Typ von Pilzsammlern immer mehr beobachten: Pilze werden von diesen "FreizeitmykologenÓ nicht mehr wegen ihres beeindruckenden Geschmackes, sondern wegen ihrer angeblich beeindruckenden Wirkung auf Wahrnehmung und Bewußtsein gesammelt. Dabei werden zu bekannt gewordenen Fundstellen teilweise Anreisen von hundert km und mehr in Kauf genommen.
Die in diesen "ZauberpilzenÓ (magic mushrooms, Psilos) enthaltenen psychotropen Inhaltsstoffe Psilocin und Psilocybin wirken ebenso wie das LSD als Halluzinogene, d.h. optische und akustische Wahrnehmungen werden stark intensiviert, zum Teil auch völlig verfremdet. Außerdem besitzen sie psychedelische (= die Psyche offenbarende) Eigenschaften. Wiederentdeckt wurde die psychoaktive Potenz bestimmter heimischer Pilze zum einen durch erste Erfahrungen mit psychedelischen Pilzen aus Mittelamerika oder Südostasien; bekannt wurden die hiesigen Zauberpilze aber auch durch teilweise recht ausführliche Berichte in deutschsprachigen Fachbüchern und in den Medien. Bis vor wenigen Jahren wurden psychoaktive Pilze dennoch nur von einem relativ kleinen Kreis von "InsidernÓ konsumiert, mittlerweile erlangen jedoch die Psilos neben LSD durch das vermehrte Aufleben von spirituell/mystischen Ritualen und durch den Halluzinogen-Boom in der Technoszene eine schon fast massenhafte Anwendung; so gaben beispielsweise 30% der Discogänger in Holland an, in den letzten Monaten ein- oder mehrmals halluzinogene Pilze konsumiert zu haben (Die Woche, 24.5.96); unter den 20-24 jährigen Briten haben immerhin schon 15% einschlägige Erfahrungen mit den "Magic mushroomsÓ gesammelt (Focus 25/1996).
Im krassen Gegensatz zum breiten Konsum der zumindest im konservierten Zustand als illegal eingestuften "ZauberpilzeÓ fehlt bisher jedoch allgemein zugängliches sachliches Informationsmaterial über die Dosis/Wirkungsabhängigkeit, mögliche Risiken und zur juristischen Seite des Konsums halluzinogener Pilze.

Geschichte

Halluzinogene Pilze, von den Urvölkern zumeist bei spirituellen Zeremonien verwendet, zählen wohl zu den ältesten Drogen der
Menschheit - weit vor der Entdeckung des Alkoholes - schlechthin. Das altgermanische Bier (Met) zum Beispiel enthielt abweichend vom späteren bayerischen Reinheitsgebot neben etwa 2% Alkohol zudem als psychoaktive Substanzen Bilsenkraut, Taumellolch und Zauberpilze. Noch im Mittelalter wurden Pilzen bei uns mystische und dämonische Kräfte zugewiesen, an denen in anderen Kulturkreisen, wie bei verschiedenen Stämmen in Sibirien und Südostasien und Indianern Zentral-Mexikos, bis in dieses Jahrhundert hinein festgehalten wurde. Letztere benutzten die heiligen Pilze (teonanacatl = Fleisch der Götter) nur zu besonderen Anlässen (stets nach Sonnenuntergang); dies konnten spirituellen Sitzungen sein, aber auch eine Befragung über das Schicksal (Orakel) eines Kranken oder über den Verbleib eines gestohlenen Esels, welche stattfand, nachdem ein Schamane die entsprechenden hellseherischen Kräfte nach Pilzverzehr erworben hatte. 1955 entdeckte R.G. Wasson (USA) die Zauberkraft der Pilze bei einem Pilzritual in Mittelmexiko für die "zivilisierteÓ Welt neu; die Gattungs- und Artbestimmung erfolgte 1956/57 durch die Mykologen R. Heim und R. Singer. Die Isolierung und Identifizierung der psychoaktiven Substanzen gelang schließlich 1958 A. Hofmann, dem Entdecker des LSD, bei der Sandoz AG in Basel: er nannte sie Psilocybin und Psilocin (nach der Pilzgattung Psilocybe). In den frühen 60er Jahren wurde dann Psilocybin in den USA und später weltweit als Medikament in der Psychoanalyse und Pyschotherapie eingesetzt. Umfangreiche Studien (u.a. mit Strafgefangenen und Theologiestudenten) hatten zuvor gezeigt, daß regelmäßiger Konsum von Psilocybin Depressionen und Agressionen abbaut sowie soziale Verantwortung fördert.

Ab 1965 begann sich die aufkommende Hippie- und Protestbewegung in den USA außer für LSD auch für Psilocybin bzw. Pilze zu interessieren. Der daraufhin einsetzende Druck einer hysterischen Presse auf den wahlentscheidenden puritanischen Mittelstand, einer Presse, die wahre Horrorszenarien über die angebliche Gefahr der Halluzinogene beschwor (auch das bekannte Magazin "TimeÓ), und der Einfluß reaktionärer und angstschürender Politiker führte schließlich im Jahre 1966/67 zum Verbot der Halluzinogene (LSD, Meskalin, Psilocybin) in den USA. Um den "gefährlichen RauschgiftpilzenÓ beizukommen, wurde in einzelnen Fällen sogar vor dem Einsatz von Fungiziden nicht zurückgeschreckt. Unter maßgeblichem Einfluß der USA wurden die Halluzinogene dann in die Liste der besonders gefährlichen Stoffe des internationalen Abkommens über psychotrope Substanzen (UNO Single Convention on Narcotic Drugs) gesetzt; damit war auch der Umgang mit der vermutlich ältesten Kulturdroge der Menschheit - den Zauberpilzen - weltweit kriminalisiert. Mit dem Ersatz des alten Opiumgesetzes durch das neue Betäubungsmittelgesetz (verfasst von einer sozialliberalen Bundesregierung) wurden
diese Halluzinogene 1971 schließlich auch in der BRD in die Illegalität abgedrängt.

Seit den 70er Jahren lernten immer mehr Europäer Zauberpilze bei Reisen in die Tropen kennen. Als bekannteste Ziele für Pilzreisende gelten hierbei Südostmexiko, Koidakanal in Südindien, Pokhara in Nepal, die Inseln Ko Samui und Ko Phangan in Thailand, Sumatra mit dem Toba See, Bali und Lombok in Indonesien und die Insel Boracay in den Phillipinen. Im "Midnight OilÓ (Kuta, Bali) konnte man/frau z.B. für umgerechnet 10 Mark ein Special Mushroom Omelett oder andere Pilzgerichte von der Speisekarte bestellen. Da freiwachsende Pilze bei uns nicht immer verfügbar sind, werden seit etwa zehn Jahren psychoaktive Pilze auch im eigenen Keller oder Garten kultiviert. Insbesonders in den USA und in Holland sind teilweise schon regelrechte Pilzfarmen entstanden, die auch Brutmaterialien für die Pilzheimkultur der "HobbymykologenÓ liefern.

Struktur, Stabilität, Vorkommen und Nachweis von Psilocybin

Psilocin (4-Hydroxy-N,N-dimetyltryptamin) und dessen Phosphorsäureester, das Psilocybin, enthalten als Grundkörper das Tryptamin (eine Indolverbindung), welches sich z.B. auch im LSD, sowie im Neurotransmitter Serotonin wiederfindet. (Serotonin wird zum Beispiel unter Ecstasy-Einfluß vermehrt von bestimmten Hirnzellen ausgeschüttet und löst dann die von den Ecstasy-Usern beschriebenen Glücksgefühle aus.) Psilocybin, vor allem aber das instabilere Psilocin, werden bei Anwesenheit von Luftsauerstoff und mit zunehmender Temperatur (besonders oberhalb von 50-100° C) leicht abgebaut; in getrockneten Pilzen sind diese Substanzen bei kühler Lagerung und Luftabschluß jedoch über Jahre hinweg haltbar.
Der durchschnittliche Gehalt beträgt abhängig von der Pilzart 0,1 - 1% (max. 2 % z.B. bei Psilocybe cyanescens) des Trockengewichtes, das entspricht ca. 0,01- 0,1 % des Pilzfrischgewichtes. Der bekannteste europäische psilocybinhaltige Pilz ist Psilocybe semilanceata (Spitzkegeliger Kahlkopf), der bei uns - häufiger noch in Wales, Schottland und Norwegen - von September bis November als bis 8 cm hoher Pilz vorwiegend auf Pferde- und Kuhweiden zu finden ist. Er enthält ca. 1 % halluzinogene Stoffe. Psilocybin, Psilocin und das ebenso aktive Baeocystin finden sich neben in der Pilzgattung Psilocybe (Kahlköpfe) unter anderem noch in den Gattungen: Stropharia (Träuschlinge), Panaeolus (Düngerlinge), Pluteus (Dachpilze), Conocybe (Samthäubchen), Gymnopilus (Flämmlinge), Hypholoma (Schwefelköpfe) und Inocybe (Rißpilze). Der in Züchterkreisen verwendete Pilz Stropharia cubensis, der mexikanische Zauberpilz (mit ca. 0,5 % halluzinogenen Substanzen) ist hingegen wildwachsend auf die Tropen und Subtropen beschränkt. Psilocybin ergibt als Indolderivat unter Luft-Oxidation einen blauen Farbstoff. Eine Blauverfärbung an einer Bruchstelle bei frisch gesammelten Pilzen deutet allerdings nicht immer auf Psilocybin hin, denn auch bei vielen Röhrenpilzen und einigen Lamellenpilzen (Gattung Russula) tritt eine entsprechende Verfärbung ein, die aber auf andere Indolderivate zurückzuführen ist. In getrockneten Pilzen lassen sich Indole auch noch mit der Chemikalie "MetolÓ (aus dem Fotolabor) nachweisen: geträufelt auf die gewässerten Pilze ergibt sich dann ein purpurroter Farbumschlag.

Wirkung und Gebrauch der Pilzhalluzinogene

Allgemeine Wirkungsbeschreibungen:

In der üblichen Literatur für Pilzsammler werden psilocybinhaltige Pilze nicht den verzehrbaren Pilzen zugeordnet, sondern es wird vor ihnen als Giftpilzen gewarnt. Beispielhaft sei hier ein Auszug aus dem Werk "Giftpilze und PilzgifteÓ (Kosmos Verlag) wiedergegeben:
"Die psychischen Symptome der Psilocybinvergiftung sind sehr verschieden.... Neben physischen Reaktionen (Kopfweh, Ameisenkribbeln, Kältegefühl, Gleichgewichtsstörungen, Blutdruckabfall mit Schwindel) treten eine Reihe von psychischen Symptomen auf. Bei ahnungsloser Vergiftung überwiegen Angst, Unruhe und Depressionen. Wenn sich ein Süchtiger jedoch eine Bewußtseinsänderung erhofft, können sich Glücksgefühl, Halluzinationen und Befreiung von Angst und Hemmungen einstellen. ... Besonders häufig sind Halluzinationen von kaleidoskopartigen Bildern. Die Bewußtseinstrübung kann in ein Delirium oder in völlige Bewußtlosigkeit übergehen. Der Trip dauert einige Stunden und wird zum Glück von vielen als unangenehm und beängstigend empfunden.Ó

Abgesehen davon, daß mehrere dieser Aussagen als übertrieben und unrichtig einzustufen sind, zeigt diese Schilderung am Beispiel des Psilocybins doch wiederum sehr deutlich den Einfluß von Set und Setting* für den Ablauf des nach dem Drogenkonsum Erlebten: Werden halluzinogene Pilze nicht vorsätzlich, sondern unbeabsichtigt wegen einer Verwechslung mit anderen Pilzen gegessen, so sind anstelle freudiger Erlebnisse anschließende Horrorvorstellungen, bedingt durch die Angst, sich ernstlich vergiftet zu haben, eher die Regel. Nur wenn diese Angst verdrängt werden konnte, waren auch positive Erlebnisse bei unfreiwilligem Konsum dieser Pilze möglich. Zitat: "....und ein eher fröhlicher, ausgeprägter Rauschzustand stellte sich ein.

Nebenwirkungen, Risiken und Entwicklung von Abhängigkeiten

Reines Psilocybin bewirkt auch bei langjährigem Gebrauch in üblicher Dosierung keine ernsthaften Organschäden, wie entsprechende Untersuchungen zeigten. Psilocybin, aber auch andere in den Pilzen eventuell enthaltene Wirkstoffe (Baeocystin, Bufotenin usw.) können aber neurovegetative Nebenwirkungen wie Atembeschwerden, Herzrasen und Veränderungen im Blutdruck oder Puls anfänglich verursachen. Auch die Körpertemperatur wird eventuell hochreguliert, was bei hoher Umgebungstemperatur (Tropen oder Discothek) zu intensiven Schweißausbrüchen führen kann. Von einem Mischkonsum dieser Pilze mit Ecstasy und Speed ist deshalb dringendst abzuraten, da sich die Gefahr eines Ecstasy-/ Speed-induzierten Hitzschlages verstärken könnte.

Die User von psilocybinhaltigen Pilzen sollten zudem stets bedenken, daß sie sich neben außergewöhnlichen optischen Halluzinationen und einem interessanten Körpergefühl auch immer einer starken psychotropen Wirkung aussetzen (inbesonders bei hoher Dosierung, bzw. unerwünschter Überdosierung): Verdrängte traumatische Erlebnisse können aus dem Unterbewußtsein wieder an die Oberfläche gelangen, wo sie ohne (!) fremde Hilfe unter Umständen nicht mehr verarbeitet werden können. Diese Erfahrungen, aber auch die neurovegetativen Nebenwirkungen, können bei psychisch labilen Personen, vor allem aber auch bei Jugendlichen im Extremfall zu starken Angst- bis Wahnvorstellungen bzw. zu allgemein panischen Reaktionen führen; akute Panikzustände während der Wirkungszeit des Psilocybins stellen im übrigen das statistische Hauptrisiko dieser Pilze dar.

Regelmäßiger Konsum von Psilocybin führt zu keiner physischen (körperlichen) Abhängigkeit; das Risiko der Entwicklung einer psychischen Abhängigkeit ist aber prinzipiell nicht auszuschließen.

Der gesamte Text ist in der Broschüre "Zauberpilze bei uns" abgedruckt, die ihr bei folgender Adresse beziehen könnt:
Materialversandstelle von Bündnis 90 / Die Grünen, Heerstraße 172, 53111 Bonn.
Adressiert und frankiert einfach einen Rückumschlag mit 1,10 DM und legt noch einmal 60 Pfg. als Unkostenbeitrag bei.
Wir bedanken uns an dieser Stelle noch einmal bei der AG Drogen (Bündnis 90 / Die Grünen) für die Bereitstellung dieses Artikels.


Zum Umgang mit halluzinogen wirkenden Pilzen

Warum Zauberpilze in unserer Zeit?

Immer mehr drogenexperimentierende Menschen entdecken auf der Suche nach fundamentalen Erkenntnissen ihre verborgenen Wünsche nach spirituellem Erleben und dem "Einssein mit der kosmischen Ewigkeit" in einer "entzauberten", immer kälter werdenden, rationalen und materiellen Welt. Psychedelisch/halluzinogen wirkende Drogen befriedigen diese Wünsche, worin letztenendes der wesentliche Grund für den zu verzeichnenden Boom dieser Drogen (LSD und Zauberpilze) liegen könnte. So manchen überzeugten Atheisten soll auf einer Reise mit den Zauberpilzen schon der "Liebe Gott" begegnet sein.

Halluzinogene Pilze auf Technoparties

Der in letzter Zeit in der Technoszene, hier vor allem bei Anhängern der Goa-, Acidhouse- und Acidtrance-Musik, zu verzeichnende Trend hin zu halluzinogenen Drogen (vor allem zu LSD) erweckte auch die psychedelischen Pilze endgültig aus ihrem Dornröschenschlaf. Klangbilder dieser Musikrichtungen erscheinen nach Halluzinogenkonsum höher aufgelöst und bei entsprechender Dekoration und Lichteffekten wird eine "Optik" erzeugt, welche zusammen mit dem als "schwebend" beschriebenen Körpergefühl die User nach deren Aussagen völlig "abspacen" läßt.

Der Gebrauch von psilocybinhaltigen Pilzen bei Pilzritualen

Aus den spirituellen Sitzungen der Ureinwohner Amerikas und Asiens leiten sich die seit einigen Jahren in Europa stattfindenden Pilzrituale ab, welche ein bis zwei Tage dauern, und an denen ungefähr zehn Personen teilnehmen: Als wichtig vor dem Pilzverzehr gilt eine Aktivierung des Stoffwechsels in einer speziellen Schwitzhütte (zur Not auch in einer Sauna) und mindestens zwölfstündiges Fasten, auch sexuelle Abstinenz einige Tage vorher wird empfohlen. Das eigentliche Pilzritual findet bevorzugt zu Vollmondnächten statt, wobei Räucherstoffe (zumeist Sage oder Salbei) und spezielle Musik das Ritual begleiten. Etwa eine Stunde nach dem gemeinsamen Pilzverzehr wird ein sogenannter Sprechender Stab im Kreise der Anwesenden herumgereicht; jeder, der den Stab in der Hand hält, ist aufgefordert, über seine momentanen Erlebnisse zu berichten; der Rest schweigt und hört zu. Die Nachbereitung findet am nächsten Tag statt, wo über die Pilzerfahrung dann gemeinsam diskutiert wird.

Pilze selbst sammeln?

Wer Pilze, sei es zur Aufmunterung des Gaumens (z. B. Champignons, Pfifferlinge, Steinpilze) oder des Gehirns ("Psilos") sammelt, sollte natürlich auch ihr Aussehen kennen. Hier hilft entsprechende Fachliteratur, besser jedoch man/frau schließt sich erfahrenen Pilzsammlern bei der Suche an. Verwechslungsmöglichkeiten mit (tödlich) giftigen Pilzen sind zumindest beim spitzkegeligen Kahlkopf (Psilocybe semilanceata) kaum möglich. Verschiedene psilocybinhaltige Inocybearten (I. aeruginascens (s.o.), I. corydalina u.a.) können aber von unerfahrenen Sammlern sehr leicht mit hochgiftigen Arten der gleichen Pilzgattung (Rißpilze, Pilzgift Muscarin) verwechselt werden. Bei auf Holzresten wachsenden Psilocybearten (z.B. P. stuntzii) besteht zudem Verwechslungsgefahr mit Gallerinaarten (z.B. G. marginata, Nadelholzhäubling), die evtl. tödliche Mengen Amanitin (Knollenblätterpilzgift) enthalten.
Gesammelte Pilze sollten prinzipiell schnellstens verzehrt werden, da sich Pilzeiweiße recht bald zu gefährlichen Toxinen zersetzen, und altePilze auch ein bevorzugtes Substrat für Schimmelpilze darstellen, die wiederum krebserzeugende Aflatoxine bilden. Ist ein Verzehr nach maximal 2-3 Tagen (Lagerung im Kühlschrank) nicht möglich, empfiehlt sich (wegen dieser Gefahren) eine Trocknung nach bewährter Küchenmykologenart für ca. 6-12 Stunden bei 50°C im Backofen (die Pilze dürfen sich anschließend nicht mehr elastisch anfühlen und müssen
spröde sein). Die Pilze können dann an einem trockenen Ort, möglichst unter Sauerstoffabschluß und kühl ein bis fünf Jahre aufbewahrt werden.

Pilze selbst züchten?

Man/frau kann natürlich zunächst versuchen, die rohen Pilzabfälle zur Pilzmahlzeit (insbesondere Hutteile mit den Basidiosporen) auf einem Komposthaufen oder der Wiese zu verteilen; mit etwas Glück wachsen dann im folgenden Jahr die geliebten Pilze direkt vor der Haustür. Das klappt allerdings nicht immer; analog zur Heimzucht von Champignons usw. werden deshalb von findigen Leuten auch seit einigen Jahren die Materialien zur Anzucht psilocybinhaltiger Pilze (in der Regel: Stropharia cubensis) angeboten. Vertrieben werden primär die Pilzbasidiosporen (merkwürdigerweise oft dort, wo es auch Hanfsamen zu kaufen gibt) nebst Zubehör (Petrischalen mit Agarnährböden zur Anzucht des primären Pilzmycels) und das notwendige "Know-How" (Züchterfachliteratur). Die Hauptkultur bei Stropharia cubensis erfolgt zumeist auf hitzesterilisiertem Roggen, zur Fruchtkörperbildung sollte der Roggen (analog zur Champignonkultur) zuvor jedoch noch mit Kompost abgedeckt werden. Andere Pilzarten, die als reine Moder- und Holzzersetzer wachsen, brauchen keine Deckerde und sind deshalb einfacher zu kultivieren, Sporen hiervon sind aber (noch) nicht oder nur schwer käuflich erhältlich.

Psilocybinhaltige Pilze kaufen?

Ein kontinuierlicher Markt hierfür existiert zumindest in Deutschland kaum. Auf freier Wiese oder im Wald gesammelte Pilze gehen in der Regel nicht in den Handel (wenn sich Ausnahmen in jüngster Zeit auch häufen), und regelrechte gewerbsmäßige Pilzfarmen sind hierzulande wohl noch eine Ausnahme. Die zuweilen zum Preis von 10-20 Mark pro Gramm Trockengewicht angebotenen Pilze stammen zumeist aus Holland oder die vermeidlichen "Psilos" sind ganz gewöhnliche getrocknete Pilze, denen von geschäftstüchtigen Panschern etwas billiges LSD (s.u.) zugesetzt wurde (eine Praxis, die auch in den USA der 70er Jahre bei einem Mangel an echten "Psilos" gang und gäbe war). Noch weniger als die Pilze selbst ist reines Psilocybin auf dem Schwarzmarkt erhältlich. Die Ursachen hierfür sind wohl zum einen das weniger lukrative Geschäft im Vergleich zur LSD-Herstellung (1 g LSD liefert 5000 Trips, 1 g Psilocybin reicht aber nur für ca. 50 Anwendungen). Echte Pilzkenner scheinen zudem das natürliche Produkt Pilz der alleinigen, synthetischen Droge Psilocybin vorzuziehen; im Pilz und dessen Konsum wird - wie bei den Ureinwohnern in Mexiko oder Sibirien - immer auch noch etwas Mystisches gesehen (s. auch Pilzrituale), was dem Pulver Psilocybin einfach fehlt.

Fliegen- und Pantherpilze

Diese beiden Pilze, welche manche "Insider" ebenfalls verspeisen (übliche Dosis 2-3 mittelgroße hitzegetrocknete (!) Fliegenpilze), enthalten ebenfalls Inhaltsstoffe mit halluzinogener Wirkung; jedoch handelt es sich hierbei nie um Psilocybin oder seine Derivate, sondern um Ibotensäure, Muszimol und Muscazon (diese fallen im Unterschied zu Psilocybin übrigens nicht unter das BtMG). Im Gegensatz zu Psilocybin rufen diese aber auch Übelkeit, Erbrechen und Herzrasen hervor, wenn auch Todesfolgen nach Verzehr von Fliegenpilzen (Amanita muscaria) bislang nicht belegt sind; Ibotensäure erwies sich im Tierversuch zudem als starkes Nervengift, sie wird beim Lufttrocknen der Fliegenpilze aber in das weniger giftige Muszimol unter Decarboxylierung umgesetzt. Ein hohes Risiko stellt die absolute Unberechenbarkeit der Wirkstoffkonzentration in den Pilzen dar (Schwankungen bis zum Faktor 100 sind möglich). Die von den Ureinwohnern Sibiriens konsumierten Fliegenpilze haben im Vergleich zu den heimischen Fliegenpilzen ein anderes Verhältnis der drei Wirkstoffe untereinander, wodurch die halluzinogene Komponente in Relation zur Giftwirkung dort mehr in den Vordergrund tritt. Im Unterschied zu Psilocybin werden die Halluzinogene der Fliegenpilze zu über 90% unverändert mit dem Urin wieder ausgeschieden, der Urin wurde als Rauschgetränk in Sibirien deshalb oft mehrmals wiederverwendet.
Der Pantherpilz (Amanita pantherina) enthält zusätzlich noch das Pilzgift Muscarin, welches in noch größerer Menge auch in vielen Rißpilzen (Inocybe-arten) (s.v.) vorkommt, und welches für Todesfälle verantwortlich ist.


Der Pilztrip

Ein Mykologe beschrieb seine Erlebnisse nach vorsätzlichem Verzehr von ca. 2 g getrockneten Inocybe aeruginascens (Fundort bei Potsdam) folgendermaßen:
"Die Pilze schmeckten wie gewöhnliche Speisepilze. Nach etwa 30 Minuten stellte sich bei entspanntem Liegen allmählich eine angenehme Aufhebung des Schweregefühls ein. Langsam entwickelten sich auch abstrakte Halluzinationen in Form von sprühenden Farben und Lichtern. Mit der völligen Aufhebung des Schweregefühls entstand die sehr lebhafte Vorstellung eines Fluges der Seele mit entsprechend euphorischen Gefühlen. Beim Schauen aus dem Fenster in die dunkle Nacht in eine Waldlandschaft traten Illusionen in Form seltsamer Raster und Muster auf, die besonders eindringlich wirkten und einen Hauch von Ewigkeit verbreiteten. Nach vier Stunden war schließlich die Wirkung ohne jegliches körperliches Mißempfinden abgeklungen.Ó

Dosis und Wirkung des Psilocybins

Da der Psiloc(yb)ingehalt abhängig von der Pilzart, aber auch innerhalb der gleichen Art stark variieren kann, ist ein Rückschluß von der konsumierten Pilzmenge in aufgenommenes Psiloc(yb)in nicht ohne weiters möglich. Als Groborientierung kann gelten, daß 10 mg halluzinogene Stoffe (zumeist vorwiegend Psilocybin, weniger Psilocin, noch seltener Beaocsytin) in etwa 2 g getrockneten Stropharia cubensis, 1 g getrockneten/10 g frischen Psilocybe semilanceata oder 0,5 g getrockneten/5 g frischen Psilocybe cyanescens oder P. azurescens enthalten sind.

ca. 3 mg Psilocybin
erste schwache körperliche und geistige Wirkungen werden wahrgenommen
5-10 mg Psylocybin
Halluzinationen werden in Form schnellfließender überaus farbenvoller Bilder bei geschlosenen Augen wie in einem "FilmÓ (im Zustand eines Wachtraumes) erlebt. Bis zu dieser Menge wirkt Psilocybin/Psilocin noch stark antriebssteigernd, und damit auch auf Parties tanzfördernd.
ab ca. 10 mg Psilocybin:
Auch die von den Augen wahrgenomme Umwelt wird in andere Formen und in andere Farben uminterpretiert.
ab ca. 20 mg Psiocybin:
Zusätzliche Bewußtseinsveränderungen treten auf (man glaubt sich z.B. an einem ganz anderen Ort oder in einer anderen Zeit zu befinden). Gleichzeitig sind aber erhebliche Gleichgewichts- und Orientierungsstörungen nicht selten (Tanzen ist dann kaum noch drin).
ca. 60-100 mg Psilocybin:
höchste, bei speziellen psychotherapeutischen Sitzungen angewandte Dosis
ca. 20.000 mg (20 g) Psilocybin:
vermutete letale Dosis beim Menschen
(die LD50 bei Mäusen liegt bei 280 mg/kg).

Typischer Verlauf einer halluzinogenen Reise

Etwa 20-30 Minuten nach der Pilzmahlzeit (mit ca. 10-20 mg Psilocybin) kann das vorübergehende Gefühl ähnlich einem leichten Alkoholrausch eintreten. Ein inneres Wärmegefühl kann sich einstellen und die Lust auf Sex ist nicht selten erhöht (Aphrodisiakum), Liebesspiel und Orgasmus werden dann oft in einer neuen Dimension erlebt. (Zauberpilze wurden auch im alten Mexiko bei besonderen Liebesritualen eingesetzt.). Die eigentlichen (optischen) Halluzinationen stellen sich zumeist erst ca 1 Stunde nach dem Pilzkonsum ein, erreichen nach etwa 2 Stunden ihren Höhepunkt und dauern bis zu 5 Stunden an. Das Gehirn erreicht dabei einen unglaublichen Wachzustand, so daß ein Einschlafen während der "halluzinognen ReiseÓ fast nicht möglich ist - anders als nach Cannabis-Konsum; der "Psilo-FilmÓ klingt schnell und weich aus, zum Drogenkater kommt es nur selten. Psilocybin führt allerdings schnell zur Toleranz, d.h. nach ein- bis zweimaligen Konsum innerhalb von 1-2 Tagen wird die gleiche Wirkung anschließend erst bei einer sehr viel höheren (Pilz-)Dosis erreicht. Eine Kreuztoleranz besteht übrigens auch zu anderen Tryptaminderivaten (LSD etc.). Die Toleranz ist nach ca. einer Woche Abstinenz jedoch wieder aufgehoben.

Unterschiede zum LSD-Trip

Die Halluzinationen und psychedelischen Erlebnisse unter Psilocybineinfluß sind ähnlich denen nach LSD-Konsum.
Markante Unterschiede sind aber:
Die Wirkungszeit ist bei den Pilzen mit maximal 5 Stunden deutlich kürzer (LSD-Trips dauern bis zu 10 Stunden und länger an) und die "Psychedelische ReiseÓ ist dadurch leichter steuerbar. Die Gefahr, "schlecht drauf zu kommen" (Panikzustände/Horrortrip) ist bei Pilzen im Vergleich zu LSD deutlich geringer. Psilocybin bewirkt außerdem meist eine stabile positive Gefühlsfärbung, d.h. abrupte Stimmungsumschwünge sind vergeichsweise seltener, und es führt zu einer geringeren Bedrängnis beim Wiedererleben von verdrängten Konflikten und traumatischem Erlebnismaterial. Außerdem besitzt Psilocybin weniger neurovegetative Nebenwirkungen, und es zeigt eine geringere Neigung zu Identitätsverlusten. Aus den genannten Gründen wird Psilocybin deshalb beim Einsatz in der Psychoanalyse/ Psychotherapie, aber auch von vielen Usern dem "mächtigerÓ wirkenden LSD vorgezogen.

Stoffwechsel des Psilocybins

Das aufgenommene Psilocybin wird im Körper unter Phosphorsäureabspaltung zu Psilocin umgewandelt und gleichmäßig über alle Körperorgane verteilt. 25% dieser Menge werden unverändert über die Nieren ausgeschieden, 65% werden innerhalb von einigen Stunden weiter metabolisiert (verstoffwechselt) und etwa 10% bleiben (im Fettgewebe) einige Tage gespeichert.

Psychedelische Bewußtseinszustände

Damit ein Individuum in seiner Umwelt selbstständig existieren und mit anderen Individuen in Beziehung treten kann, muß es sein eigenes Ich von seiner Umwelt und von den anderen Menschen klar abgrenzen können. Ferner muß die nahezu unendlich große Flut von optischen, akustischen und sonstigen Sinneseindrücken durch Vergleich mit umittelbar zuvor aufgenommenen Reizen sowie mit den im Gedächtnis oder Unterbewußtsein abgelegten Informationen bewertet, interpretiert und auf ein "vernünftiges MaßÓ gefiltert werden, bevor diese bewußt wahrgenommen werden können.
Dabei scheint dem im Zwischenhirn lokalisierten Thalamus, der Eingangspforte zur Großhirnrinde und damit zum Bewußtsein, die entscheidende Rolle zuzukommen: Die von den Augen, von den Ohren, der Nase oder der Haut über den Thalamus eingehenden sensorischen Informationen werden in der Großhirnrinde decodiert und über eine Rückkopplungsschleife zum Thalamus zurückprojiziert, um erneut in diese Schleife eingespeist zu werden (cortico-striato-thalamo-cortikale (CSTC) Schleifen-Modell). Dieser Mechanismus schützt das Großhirn vor externer Reizüberflutung, indem die vom Thalamus zurückprojizierte Information einen hemmenden Einfluß auf die neu eingehenden äußeren Sinnesreize ausübt (negativer Rückkopplungsmechanismus auf den thalamischen Filter).
Das CSTC-Schleifen-Modell geht davon aus, daß psychedelische Bewußtseinszustände auf einer veränderten bzw. fehlerhaften Interpretation von inneren und äußeren Reizmustern beruhen.
Es wird zunächst angenommen, daß die Halluzinogene Psilocybin und LSD den körpereigenen Botenstoff Serotonin aufgrund ihrer strukturellen Ähnlichkeit imitieren. Diese Halluzinogene führen dadurch zu einer Aktivierung bestimmter Serotoninrezeptoren auf Nervenzellen des Thalamus, des Stirnhirns und des Striatums. Hierdurch wird dieser CSTC-Schleifenmechanismus vorübergehend entkoppelt und damit der thalamische Filter geöffnet. Die Öffnung führt zu einer Reizüberflutung: Sinnesinformationen werden nicht mehr fortlaufend mit Gedächtnisspuren verglichen und damit sinnvoll interpretiert, was zu einer fundamental veränderten Ich- und Umwelterfahrung führt. Im Extremfall (bei sehr hoher Dosierung der Halluzinogene) erlebt das Gehirn dann die Welt nur noch in einzelnen Bildern ohne Zusammenhang beziehungsweise mit verändeter Bedeutung - oder als ein "unermeßlich fließendes Ganzes, als einen Strom innerer Visionen".

Die rechtliche Situation / Safer Use Regeln


Im Unterschied zum (THC-haltigen) Hanf fallen psilocybinhaltige Pilze als Pflanze (noch) nicht unmittelbar unter das Betäubungsmittelgesetz (BtMG). Das Sammeln von der Wiese, aber auch das Züchten psilocybinhaltiger Pilze zum anschließenden sofortigen Eigenkonsum soll bislang auch noch nicht strafrechtlich geahndet worden sein. (Der reine Konsum aller illegalisierten Drogen ist nach dem deutschen BtMG ohnehin nicht strafbar.) Der Inhaltstoff Psilocybin und seine Derivate sowie deren Zubereitungen sind allerdings im BtMG in der Anhangsliste I erwähnt; alle Handlungen, die zu dessen Anreicherung bzw. Konservierung* (Pilze trocknen etc.), Isolierung (Extrahierung aus Pilzen) oder gar Synthese führen, müssen deshalb nach dem BtMG strafrechtlich verfolgt werden. (Wer die Pilze für einen späteren Verzehr nicht konserviert, riskiert zwar eventuell keinen Verstoß gegen das BtMG, dafür aber eine ernsthafte Vergiftung durch zersetzte Pilzeiweiße!)
Ansonsten gilt für Psilocybin das gleiche, was auch für alle anderen illegalisierten Drogen zutrifft:
Nach §29 (5) BtMG kann das Gericht von einer Bestrafung oder nach §31a bereits die Staatsanwaltschaft von einer Strafverfolgung absehen, wenn dem Täter nur der Erwerb oder Besitz einer geringen Menge ausschließlich zum Eigengebrauch nachgewiesen wird. In der Rechtspraxis sind dies etwa 3 Konsumeinheiten, demnach also ca. 40-60 mg Psilocybin oder 8-12g getrocknete Pilze mit einem Anteil von 0,5%. Nach dem Kommentar des hessischen Oberstaatsanwalts Körner läßt der § 31a jedoch eine weitaus großzügigere Auslegung von (z.B. bei Speed) 20-30 Konsumeinheiten zu, dies wären analog bis zu 120 g getrocknete psilocybinhaltige Pilze. Zu beachten ist ferner der erschwerende Fall "der nicht unerheblichen Menge" (z.B. bei Cannabis mehr als 300 Konsumeinheiten) für Besitz und Handel sowie die Abgabe an Personen unter 18 Jahren (wenn der Täter über 21 Jahre alt ist), was mit Freiheitsstrafen von 1 bis15 Jahren geahndet wird!

Safer Use Regeln

Ein risikofreier Gebrauch von halluzinogenen Pilzen ist niemals möglich. Wer auf den Konsum dieser Pilze nicht verzichten möchte, sollte aber zumindest folgende Regeln unbedingt beachten:

(1)
Nehme niemals "Psilos", wenn Du schlecht drauf bist oder in einer für Dich unangenehmen Atmosphäre (ungünstiges Setting) bzw. wenn Du Angst (ungünstiges Set) vor diesen Pilzen hast. Parties sind für unerfahrene User nicht das optimale Setting: eine nicht zu verkraftende Reizüberflutung kann hier leicht zu Panikanfällen führen.

(2)
Achte darauf, daß Du während des Pilztrips einen halluzinogen-erfahrenen, Dir vertrauten Ansprechpartner hast, der, wenn Du schlecht drauf kommen solltest, beruhigend auf Dich einwirken kann. Es reicht hierzu in der Regel aus, den Betroffenen in eine ruhige Umgebung (Frischluft) zu bringen, Körperkontakt zu halten und durch Zureden zu beruhigen. Sollte auch dies nichts nützen, scheue Dich nicht, einen Arzt zu rufen und kläre ihn vollständig auf: Ärzte sind an ihre Schweigepflicht gebunden.

(3)
Wenn sich nach 30-60 Minuten nach dem Pilzverzehr noch keine Wirkung einstellt, nicht gleich weitere Pilze "nachwerfen"; bei vollem Magen etc. kann sich das Einsetzen der Wirkung nämlich bis zu eineinhalb Stunden verzögern.

(4)
Ist der Wirkstoffgehalt der Pilze nicht abschätzbar, so können 1g getrocknete oder 5-10g frische Pilze unter Umständen bereits eine hohe Dosis von 20 mg Psilocybin (wie z.B. bei Psilocybe cyanescens oder P. azurescens) bedeuten.

(5)
Psychedelische Bewußtseinszustände stellen eine Ausnahmesituation dar. Bewußtseinsverändernde Pilze sollten deshalb in möglichst großen Abständen (nicht mehr als einmal monatlich) und auch nicht von Menschen genommen werden, die noch voll in ihrer Persönlichkeitsentwicklung stecken.

(6)
Nehme diese Pilze nicht in Verbindung mit anderen Drogen: Mischkonsum stellt ein unkalkulierbares Risiko dar. (Eine Ausnahme hiervon bildet allenfalls Cannabis, wo unangenehme Wechselwirkungen nach Auskunft der User kaum zu befürchten sind.)

(7)
Bewahre sicherheitshalber ein Exemplar der verspeisten Pilze auf. Sofern eine Verwechslung mit einer giftigen Pilzart stattfand, dient dieses zur Artbestimmung, so daß im Krankenhaus gezielt gegen das entsprechende Pilzgift (s.v.) vorgegangen werden kann.

Hinweis: Der Abdruck dieser Regeln sollte nicht als Aufforderung mißverstanden werden, halluzinogene Pilze zu konsumieren.