mar 20, 1999

fluoro flites

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Hamburg, germany

Text & Photos by Natalie

Besonders auf den Open Airs werden sich wieder viele anmalen lassen, um so im Rausch des UV-bestrahlten Dancefloors ein Wochenende lang der Realwelt zu entfliehen. Bodypainting ist aber für Natalie Flouro Flite aus Hamburg nur die erste Stufe ihrer Kunst. Nachdem Sie ihre Probanden bemalt und modeliert hat, fotografiert sie die Ergebnisse, um die teilweise entfremdeten Bilder dann auf Parties zu projezieren.

"Meine anfängliche Intention war, verborgene Gesichter der Menschen mit Hilfe von etwas Farbe und Modeliermasse sichtbarer zu machen. Ich denke, daß wir uns in einem Zustand ewiger Verwandlung befinden, die sich auch im Gesicht widerspiegelt. Alle Leute, die ich bisher bemalt habe, mag ich auch wirklich gerne und ich ich könnte es mir nicht vorstellen, mit jemandem zu arbeiten, der/die mir nicht auch durch und durch sympatisch ist. Es hat für mich zwar nichts erotisches, einen nackten Körper zu bemalen, aber sinnlich ist es doch. Bei Beginn einer Session, weiß ich eigentlich nie vorher, was ich machen werde. Ich fange einfach an, an den Leuten mit Gesichtsmodeliermasse herumzumodelieren und dann entstehen wie von alleine überdimensionale Nasen, Stirnaugen und andere Mutationen. Diese plastischen Überzeichnungen der potentiellen Charakteristika (haha! *witz*) male ich dann bunt an.

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Durch den Einsatz von Schwarzlicht sind so nur die bemalten Körperteile sichtbar. Der ursprüngliche Mensch verschwindet und eine neue Figur hängt schwerelos im Raum. Es eröffnen sich neue Einblicke und Anblicke auf ein nie erblicktes Selbstbild. Tja, und ein paar Tage später kommt dann das Tollste an der ganzen Sache. Der Moment nämlich, wenn ich einen neuen Film abgeholt habe und mich mit dem Projektor in´s Dunkle setze, um die Dias zum ersten Mal in aller Farbenpracht zu größe zu sehen. Das ist wie eine neue selbstkreierte Welt aus Farbe und Form. Schwarzlichtkunst und -deko habe ich zum ersten Mal auf meiner ersten Party vor etwa fünf Jahren gesehen. Damals war ich natürlich ziemlich geplättet von dem "boooa-ist-das-bunt-LEUCHT"-Effekt.

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Inzwischen finde ich es allerdings echt schade, das sich da jetzt so ein richtiger Goaparty-Deko-Stil entwickelt hat, mit dem zu brechen kaum jemand wagt. Hippie-Ramsch oder schwarzlichtige Alien-Elfen-Psychedelic-Wandgehänge habe ich tausende Male gesehen und irgendwie geht mir dieser Kitsch manchmal ziemlich auf die Nerven, obwohl natürlich auch hier einige geniale Malermeister am Werke sind. Aber etwas Mut zur Innovation wäre schön, auch wenn man damit das Risiko eingeht, nicht den Erwartungen der partygeilen Masse gerecht zu werden."

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